Call for Participation: Forschungswerkstatt Kritische Geographie 2018

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(Jon Richter) #1

Wir stellen uns eine Forschungswerkstatt vor, welche die Erfahrungen und Einsichten aller an Kritischer Geographie Interessierter produktiv verbindet. Dazu wollen wir versuchen, den Wünschen und Bedürfnissen der unterschiedlichen Gruppen Raum zu geben: Neueinsteiger_innen, Studierende, etablierte(re) Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen. Vor dem Hintergrund, dass bei den bisherigen Forschungswerkstätten ein Großteil des Programms von Postgraduierten gestaltet wurde, begrüßen wir insbesondere studentische und aktivistische Beiträge!

Wir freuen uns in diesem Sinne auf zahlreiche Beitragsvorschläge. Eingereicht werden können diese entweder in dem für die gesamte Breite Kritischer Geographie offenen CfP oder in einem der drei folgenden Themenschwerpunkte (mit jeweils eigenem kurzen CfP auf der nächsten Seite):

  1. Neo-Nationalismus und die Neue Rechte
  2. Kritische Geographie braucht (queer-)Feminismus!
  3. Bildet Kritische Geographien!

Entweder im offenen oder in einem der themenspezifischen Calls bitten wir um die Einreichung von:

a. Vorschlägen für Einzelbeiträge:

Das können Vorträge und thematische Inputs, Vorstellungen von (Ideen für) Studienarbeiten, Berichte über Work-in-Progress, Erfahrungen aus Aktivismus und politischer Arbeit, usw. sein. Die Einzelbeiträge sollen kurz sein (10 – 15 Minuten) und – dem Charakter einer Forschungswerkstatt entsprechend – offene Fragen thematisieren und/oder Diskussionsanstöße generieren.

ODER

b. Vorschlägen für Sitzungen (90 – 120min.):

Möglich sind verschiedenste Beitragsformate, seien dies Workshops, Diskussionen im Plenum, Fishbowls, Lesekreise und gemeinsames Filmschauen, Performances, Exkursionen, Ideen für Abendveranstaltungen oder Party-Patenschaften, Erfahrungsaustausch aus Aktivismus und politischer Arbeit, usw. Wir freuen uns sowohl über bereits ausgefeilte Sitzungskonzepte oder einen CfP für die Sitzung, den wir gern auf der Homepage veröffentlichen und bewerben.

Falls Ihr einen Beitrag einreichen wollt, bitten wir Euch um folgende Informationen, damit die Planung der Forschungswerkstatt in die nächste Runde gehen kann:

  • Beitrag für offenen oder einen der thematischen Calls?
  • Titel & kurze Beschreibung des Einzelbeitrags (max. 150 Wörter) …
  • ODER: Konzeption oder CfP der Sitzung (für Veröffentlichung auf Homepage)

Bitte sendet uns Eure Vorschläge spätestens bis zum 28. Februar 2018 an fowe18@protonmail.com! Eure Fragen erreichen uns dort ebenfalls.

Themenschwerpunkte

Neo-Nationalismus und die Neue Rechte

Der nunmehr auch parlamentarisch manifeste Zulauf zur Neuen Rechten wirft sowohl für weite Teile des bürgerlichen Lagers als auch für linke und antirassistische Bündnisse viele Fragen auf. Eine kritische Geographie steht hier vor der komplexen Aufgabe, Analyseansätze zu entwickeln, welche es vermögen, die Zusammenhänge von strukturellen Entwicklungen und lokalräumlichen Differenzierungen aufzuzeigen. Dies kann etwa durch die Betrachtung von rassistisch- völkischen und nativistischen Raumkonzepten, Formen der Kartierung der Neuen Rechten oder der historisch-geographischen Analyse von (neo)nazistischer Organisierung, Aktionsformen und Vernetzung geschehen. Die FoWe soll darüber hinaus auch Raum bieten, Erfahrungen von People of Colour und Geflüchteten im Umgang mit strukturellem Rassismus und rechter Gewalt sowie Erkenntnisse aus antirassistischen, feministischen und antifaschistischen Kämpfen zu diskutieren, um auf dieser Basis einen Beitrag für wirksame Gegenstrategien entwickeln zu können.

Kritische Geographie braucht (queer-)Feminismus!

Feministische Geographien sind immer schon kritisch, da patriarchale und heteronormative Machtverhältnisse im Fokus ihres Interesses stehen. Dass auch kritische Geographien eigentlich immer feministisch sein sollten, wird aber häufig vergessen. Wir möchten deshalb die Forschungswerkstatt dazu nutzen, eine stärkere Sichtbarkeit für Machtbeziehungen um Geschlecht und Sexualität in kritisch-geographischen Debatten zu schaffen. Wir wollen u.a. diskutieren, wie diese mit anderen Hierarchisierungs- und Diskriminierungsformen (Kapitalismus, Rassismus, Klassismus usw.) verschränkt sind, dabei auch eine globale Perspektive einnehmen und Kämpfe weltweit mit einbeziehen. Wir wollen sowohl solche Forschungs- und politischen Projekte in den Blick nehmen, die explizit patriarchale Machtverhältnisse thematisieren (z.B. Verhandlung von sexueller und geschlechtlicher Identität, Frauen*kämpfe, Frauenbilder der Neuen Rechten), als auch überlegen, welche Implikationen queere oder feministische Ideen für unsere (Forschungs-)Arbeit und den Alltag haben (z.B. feministische Haltung in der Lehre, Forschungsmethoden, Empowerment).

Bildet Kritische Geographien!

Im Zuge der Neoliberalisierung wurde auch die Universität nicht verschont: Im Zeichen der Exzellenz gilt es, in einer wettbewerbsförmigen Umgebung zu bestehen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf alle Statusgruppen an der Uni, sondern auch auf die Weise, wie (kritisches) Wissen akademisch produziert und gesellschaftlich (nicht) wirksam wird. Wir möchten uns deshalb im Rahmen der Forschungswerkstatt gemeinsam die Frage stellen, was eine Kritik der (neoliberalisierten) Universität leisten kann und welche Strukturen, Inhalte und Methoden kritische Bildung – sowohl in der Lehre als auch selbstorganisiert – in diesem Umfeld entwickeln muss. Da kritische Inhalte kein akademischer Selbstzweck sind, stellt sich zugleich die Frage, wie wir sie in die Gesellschaft jenseits der Hochschule zurücktragen können. Wir möchten uns deshalb über Erfahrungen mit verschiedenen Formen politischer Praxis austauschen und das breite Feld zwischen Bildungsarbeit, Aktivismus und Angewandter Kritischer Geographie beleuchten.


(Jon Richter) #2