Quo vadis, TransforMap?


(Silke ) #1

Einladung zur Neuerfindung eines kartographischen Abenteuers

Hé da!

… im März 2014 trafen wir uns das erste Mal. Schon nach einem halben Jahr haben wir auf der Road to Degrowth eine beeindruckende TransforMap Performance hingelegt. Auf verschiedenen Plattformen sind wir herumgewuselt. In Potsdam haben wir 2015 tierisch groovige Kreise gegründet, um uns besser zu organisieren. Das diskutieren von Vokabularien hat uns zu Taxonomen gemacht, das technische Verständnis wuchs hier und da. Und dann kamen CHEST, SSEDAS und wie sie nicht alle hießen, und alles war anders.

Mit eurem Segen brach eine kleine Schar von Entwickler:innen auf ins Ungewisse. Oft auf Abwegen der ausgetretenen Pfade. In immer neuen Konstellationen stellte sich ein ums andere Mal die Frage, wie nützlich ein Intermapping der vielen Transformaps, die auf einer einzigen Karte sichtbar werden ohne eine einzige Karte zu sein, wohl sein könnte.

Nun sind CHEST und SSEDAS vorbei und alles kann wieder anders werden.


Wo steht TransforMap jetzt? Und wie geht es weiter?

Das wollen wir ergründen. Wir sind es all unserer Anstrengung schuldig.


Seit 2014 ist TransforMap darum bemüht alternative Ökonomien und Lebensweisen zu kartographieren. Seither wurden zahlreiche selbstgestellte Herausforderungen gemeistert und vielversprechende Entwicklungsschritte identifiziert. Zur Förderung des Selbstverständnisses möchten wir zunächst zu einer selbstreflexiven kartographischen Schreibwerkstatt einladen: kartieren wir zum 18MMM zur Abwechslung einfach uns selbst!

Alle Leser:innen sind eingeladen gemeinsam die TransforMap Geschichte (weiter-) zu schreiben. Jedoch möchten wir zunächst methodische Überlegungen einbringen, um das Entstehen eines gemeinsamen Textgeflechtes sowie dessen Verständns zu erleichtern, um Fehlschlüsse und Fettnäpfchen zu vermeiden.

Viele ursprüngliche Ideen, Erwartungen und Pläne für TransforMap sind verdrängt worden oder im Betrieb untergegangen. Wir wünschen uns deshalb als ersten Schritt eine lebendige Diskussion darüber, wie wir gerade “dastehen”, wie eine solche TransforMap-Kartierung - ein eventueller Reload - auszusehen hat, wie es angegangen werden kann und welche inhaltlichen Fragen es auf dem Weg zu klären gilt. Warum? Nun, damit wir die hehre Idee, viele Karten in einer zu verschränken und sie ansprechend gemeinsam sichtbar werden zu lassen, eines Tages doch noch verwirklicht sehen.

Das TransforMap Autor:innenkollektiv,
im April und Mai 2018


“die haben diese korrelation dann visualisiert. dadurch war dieser fakt überhaupt erst politisch nutzbar.”

erklärt Konstantin vom Bizim Kiez @ Interlause #4 im Gespräch über eine Karte, die als Werkzeug gegen Immobilienspekulation und Verdrängungsprozesse in Google Nachbarschaften genutzt wird: Anti-Eviction Mapping Project (:bulb: story map).


„Papier ist geduldig“

Allmählich legt sich der Staub vergangener Zyklen der TransforMap-Entwicklung. Das gibt die Sicht frei auf die Fragmente und Artefakte, die uns nun umgeben. Sie sind der Grundstock für alles Neue. Wir haben viele Umwege genommen. Doch glücklicherweise auch hie und da wegweisende digitale Brotkrumen gestreut. Sie alle sind eingraviert in das vergangene Miteinander und können uns nun helfen wieder anzuknüpfen.

Es ist an der Zeit, dass wir uns noch einmal des ursprünglichen Anliegens und der entsprechenden Rahmung vergewissern. Es ist aufschlußreich, auffallend wiederkehrendee Fehlschlüsse zu beleuchten. Das wollen wir in den nächsten Abschnitten tun und dabei aufmerksam die vergangenen Jahre betrachten. Am Ende dieses Textaufschlags möchten wir vorläufige Schlüsse und einen Ausblick wagen.

Rahmen

In den ersten Jahren gemeinsamer Produktion verband uns die Idee alternative Ökonomien und Lebensweisen kartographisch sichtbar zu machen. Nun möchten wir verschriftlichen, wie dieser Gedanke verschiedene Sprößlinge aufgehen ließ und wie andere vergingen. Dabei berühren wir die Selbstverständnisse der transformierenden Ökonomien, die materiellen Grenzen der digitalen, kritischen, kollektiven Kartographie, das heikle Zusammenspiel von zwischenmenschlicher Kommunikation und Softwareinfrastrukturen sowie die Fürsorgesorganisation in selbstorganisierten statt dienstleistungsorientierten Gefügen. Um all dem auf den Grund zu gehen, wollen wir zunächst das gemeinsame Gedächtnis mobilisieren, die sich überlagernde Räume nachzeichnen und die Dynamiken reaktivieren, die uns anno '14 auf den Weg brachten. Ihr erinnert Euch: damals sannen wir danach ein nutzerfreundliches Instrumentarium zur Onlinekartierung der plenty of alternatives zu entwickeln.

Diese eigentliche Aufgabe, die Vielfalt alternativer Fürsorgeweisen zu kartographieren, besteht unverändert als Zielhorizont. Nur gemeinsam können wir diese Orte aufspüren, sie zusammentragen und hervorzeichnen, was uns eines Tages - basierend auf freier Infrastruktur - befähigt die Welt als Ganzes zum Guten zu verändern. Sprechen und schreiben können wir dabei nur interdisziplinär und so, dass es einer weit vernetzenden Idee gerecht wird. Bleiben wir dabei offen. Spüren wir immer wieder neuen Begehren nach, ohne jedoch unseren Sinn für das Wesentliche verkümmern zu lassen. Wir werden an so mancher Ablenkung vorbeischielen müssen, im Staunen über die Mannigfaltigkeit unserer Ansätze.

Vorannahmen

Wer mit solch einem Anliegen schwanger geht, weiß, dass lange Zyklen weder durch individualisiertes Tun, noch durch das Hochhalten von Einzelmeinungen zu schließen sind. Die Wirkgefüge des Kartierens sind a priori sozial. Die Herausforderung ist, aus den vielen eine gemeinsame Stimme herauszuhören, auf die wir weiter bauen können!

Eine Diskussion über Vorannahmen unserer Arbeit haben wir vorerst ausgelagert - auch der “Nutzerfreundlichkeit” willen. Doch sie ist wichtig, denn dabei geht es um Kategorienfehler, die Rolle von Intentionalität(en), wie sich aus Verkörperung Raumgefühle ableiten; es geht um das Wirken von Zeitlichkeit, oder auch um unsere Toleranzspielräume mit Ungewissheit und den Begrenztheiten der Schriftbildlichkeit umzugehen, die textlicher Wissensarbeit inhärent sind :link: Präpositionen einer Analysemethode für die digitalen kritschen kollektiven Kartographien. Die folgenden Abschnitte setzen die Sensibilität für diese Themen nicht voraus, darum zu wissen ist aber hilfreich.

Selbstredend wollen wir mit diesem Text nicht nur Gemengelagen beschreiben, sondern ganz praktisch eine Situation herstellen, in der wir handlungsfähig bleiben. Das mag dem Einen banal klingen, der Anderen zu pragmatisch und wieder Anderen allzu sehr auf ein wohliges Miteinander ausgerichtet. Aber wir sind nun einmal in eine fortdauernd unentschiedene Situation geworfen und bewegen uns ständig in einem Dazwischen. In solchen Kontexten können leise Zwischentöne und selbst manch eindringlicher Ruf gut und gerne untergehen. Dieser Text soll auch ihnen Raum geben. Beginnen wir also die eigentliche Sachlage zu inspizieren.

Konfigurationen: Was ist passiert?

Sobald wir uns selbst und unsere Herangehensweise analysieren, sind wir den blinden Flecken der eigenen Wahrnehmung ausgeliefert. Daher hilft es die Elemente und Gefüge zu benennen, mit und in denen wir uns beweg(t)en. Nennenswertes aufzuzählen ist hierbei nur der Anfang. Im Nachgang dieser Sammlung werden wir ausführlichere Einblicke produzieren.

In den letzten Jahren gab es verschiedene Ereignisse, die zum heutigen Stand der TransforMap Initiative beitrugen. Wir trafen uns an vielerlei Orten und berieten dort über die jeweils aktuellen Diskurse. Diese Treffen waren in Kartierungs- und auch Entwicklungskampagnen eingebettet. Sie förderten - mit vergemeinschafteten Produktionsmitteln - die gegenseitige Fürsorge und unterstützten direkt das schöpferische Ausgestalten unserer reizvollen Idee.

Mit Blick auf die bislang dokumentierten Dimensionen der Kartierung wird deutlich, dass sich selbige auch reflexiv auf die Initiative selbst anwenden lassen. D.h. wir sprechen auch über die Art und Weise der Bestandsaufnahme von Produkten, solcher wie Karten, Atlanten oder Vokabularien. Wir sprechen nicht nur darüber dass, sondern wie wir kartographieren. Schließlich ist unser begründeter Anspruch, ein Data Commons zu pflegen. Es geht eben nicht nur um “Punkte auf einer Karte”, sondern auch darum beteiligte Kollektive und Individuen sichtbar zu machen, darum, über Finanzierungen zu wachen, sowie Informationen und Güter (die produzierten Karten und Infrastrukturen) zu bewegen. Und letztlich zeigen die vielfältigen Kartierungsinitiativen, dass wir darauf hinarbeiten, durch Kartierung die Absichten und Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens zu rücken. Wenn wir dabei vom mapping zum matching übergehen können, ist der praktikable Nutzen unserer Bemühungen für die Einzelne gewiss ersichtlicher. Dies aber setzt zunächst voraus, dass Menschen ihre Gewohnheiten und Interessen den Maschinen anvertrauen, d.h. den Menschen, die diese pflegen. Es setzt voraus, dass wir die Daten erhalten, die wir brauchen um in many many maps plenty alternatives zu kartieren. Eine gehörige Portion Feingefühl und sehr viel Kommunikation sind daher bötig, um nicht nur technische Infrastrukturen aufzubauen, sondern diese letztlich soziale, sinnstiftende Wirkung zu entfalten. Bleibt Letzteres aus, dann wäre TransforMap nur eine Fingerübung, nicht aber das, was es immer sein wollte: ein gemeinschaftsgetragener Prozess der Produktion von Werkzeugen und Infrastrukturen, die dem gesellschaftlichen Wandel dienlich sind.

Wie können wir für uns bewerten, ob wir den vielen Initiativen des Wandels nutzen und sinnstiftend wirken?

Betrachtungen

Schaffen wir was?

Um zu ergründen, ob wir unsere selbst gesetzten Gelingensbedingungen erfüllen, müssen wir aus der Fülle des angesammelten Materials auslesen. Eine einzige Person kann nicht einschätzen, welche Diskussionen von Belang sind. Daher analysieren wir die kollektiven Diskurse, indem wir zunächst eine Quellensammlung erstellen und die darin enthaltenen Kleinode exzerpieren. So wird auffallen, welche Bezeichnungen in den Berichten wiederkehren, und in welchen Bereichen sich die Ausdrucksweisen zusammen mit dem anwachsenden Erfahrungs- und Wissensstand verändert haben. Kurz: wir erzählen uns die Geschichte von TransforMap neu. Wir lesen sie mit wissenderen Augen, und üben uns noch einmal in der Vermittlung der vielen Facetten dieses Unterfangens. Anstrengend? Ja. Aber auch notwendig.

“Je größer der Anteil von Forschung und Entwicklung ist, umso höher ist die Unsicherheit.”
https://de.wikipedia.org/wiki/Cone_of_Uncertainty

Der hier vorliegende Text ist also keine Zusammenfassung, sondern vielmehr eine Einladung zur Zusammentragung unserer vielen großen wie kleinen Hürden und Errungenschaften. Nur im gemeinsamen Schreibprozess, – hoffentlich vielfältig, gerne auch widersprüchlich --, können wir feststellen was ist. Unsere These: Es besteht im Jahr 2018 eine (transnationale) Gemeinschaft und eine Infrastruktur, die zwar nicht die selbst gesetzten Ziele erreichte, jedoch Durchhaltevermögen und Anpassungsfähigkeit bewiesen hat. Es wäre nun irrlich, wieder von vorne zu beginnen. Wir sind ja noch hier, und die ürsprünglichen Fragen sind längst nicht beantwortet. Der einst so verheißungsvolle Atlas darbt dahin. Auch haben wir noch keine Karten miteinander überlagert. Was wir zu verstehen gelernt haben ist, dass wir
(1) in unserer Ambition die Grenzen des von wenigen Leuten technisch Machbaren ausreizen und dabei
(2) in der Fülle der komplexen Thematik wenig stabile Pole schufen.

Drei Herausforderungen
Gegenwärtig sehen wir uns drei Herausforderungen gegenüber. Diese sind zum einen die Reaktion auf Nutzer:innenbedarf, welcher im Verlauf der Arbeiten häufig angemeldet und auf Grund von Ablenkung oder geringer Resourcen nicht beantwortet wurde. Zum zweiten die technische Ausarbeitung der nächsten Entwicklungsschritte. Und zum anderen die Reaktivierung der Verbindung zwischen TransforMap-Communitygruppen und TransforMap-Produktentwickler:innen.

Alle drei Herausforderungen sind für sich genommen bereits mit großem Aufwand, viel Konzentration und vermutlich großen Abstrichen verbunden. Gemeinsam angegangen aber können sie zu einer neuen Qualität des Verständnisses der und des Engagements für die selbst gegebenen Aufgabe führen, welche eben nicht nur technischer Natur, aber eben auch nicht nur mitmenschlicher Natur ist.

:one: Als Reaktion auf Nutzer:innenbedarf und zur Wiederbelebung eines gemeinschaftlichen Prozesses scheinen gegenwärtig als Schritte nützlich:

:book: - Verfassen eines User Manuals
:pencil: - Kollektivierung der Aufarbeitung, bspw. Aufspaltung der :link: Vorstellung / Presentation / Présentation in Einzeldokumente für die distinkte Annäherungen an die Themen
:triangular_ruler: - Neugestaltung der Webseite und :mega: aktive Präsentation einer Außendarstellung
:triangular_ruler: - Neugestaltung des Blogs und :mega: aktive Bespielung
:triangular_ruler: - Neugestaltung der Discourse Kategorien und :mega: aktive Moderation
:video_game: - aktives Community Building durch

  • regelmäßige Konsultation der verbundenen Gemeinschaften
  • Handreichungen
  • kleinere Tutorials
  • das Schaffen von Anknüpfpunkten für die Einbindung entfernter Kontexte und Öffentlichkeiten

:two: Zur abschließenden Nutzbarmachung der angefangenen Infrastruktur erscheinen als nächste Entwicklungsschritte:

:dizzy: - Beginn der strukturierten Abfrage von Anforderungen der Intermapping Gemeinschaften
:pencil: - Instaurierung eines intersektionell-inklusiven Entwicklungsprozesses (Menschen in Kontakt bringen)
:money_with_wings: - Vergleich von Datenaggregierungstechniken (:link: gegenwärtig ~ 8 bekannte)
:sunflower: - Stabilisierung und aktive Nutzung der Vokabulariendatenbank
:sunflower: - Weiterentwicklung des Datendienstes in Bezug auf

  • :globe_with_meridians: geographische Abfragen
  • :warning: Stabilisierung der Authentifikation und Autorisierung
  • :warning: verpasste Gelegenheiten (Mediendatenbank)
  • :rotating_light: Neuentwicklung eines Viewer/Editor Gespanns in einem
  • :rotating_light: Wiederbelebung des Datensatzes des Atlasses in einer stabil weiterverwendbaren Form

:three: Zur Neuknüpfung der Verbindung zwischen Communitygruppen und Infrastrukturentwickler:innen

:bulb: - ein online Reflexionsprozess, den wir hiermit starten
:calendar: - ein abschließendes TransforMap Treffen wie in München oder Potsdam zum Thema: Wer bist Du und Quo Vadis TransforMap?
:snail: - aktiv von außen eingebrachte und autonom ausgeführte Beiträge zu diesem Thema sind sehr willkommen

Wir wollen uns fragen, wie wir die Vorarbeiten der letzten vier Jahre produktiv mobilisieren, oder abändern können, sodass wir letztlich den Traum realisieren, alle Alternativen kartographisch zu verbinden. Bis es dazu kommt, werden wir uns noch ein wenig gedulden und die losen Fäden einsammeln müssen, welche wir in aller naiven Hoffnung begannen zu spinnen. Dieser Text ist der Versuch einen roten Faden durch das Kuddelmuddel zu ziehen und mögliche Passiermarken anzubieten.

Schlüsse

Wie kommen wir zu einer Zwischenbilanz und einem vorläufigen Abschluß?

Wir tanzen alle auf vielen Hochzeiten und spielen viele Spiele mit: zwischen Grundlagenforschung und dezentralisierender Netzwerkarbeit, den Lieferzwängen des kognitiven Spätkapitalismus samt seiner zerreißenden Aufmerksamkeitsökonomie ausgeliefert oder tief verstrickt in die Mühen der Ebene. Die angehäuften Erfahrungen könnten uns befähigen, dem Gespräch über die Oikonomia einen neuen Drall beizufügen. Suchen wir in unseren eigenen Geschichten nach den Spuren, die wir selbst hinterlassen haben und die es lohnt weiterzugehen!

Bildet Gruppen!

Nehmen wir an, wir könnten kleine Schreibgruppen bilden, die eigenem Interesse folgend verschiedene Aspekte der TransforMap (besser: Intermapping Transformaps) noch einmal beleuchten. Welche Themen könnten sich hinreichend klar von einander abgrenzen lassen? Welche konkreten Aufgaben damit gelöst werden?

Es gibt genügend operationelle Fragmente im Textkorpus, welche durch den eigentlichen Kitt, d.h. direkten zwischenmenschlichen Austausch, beisammen gehalten werden. Im Operativen haben diese Fragmente in schneller Folge verschiedene Formen angenommen, die sich zeigen lassen. Spannend wäre es hier Kontinuitäten herauszuzeichnen. Nachvollziehend klar begreifend und in eine leichtere Sprache übersetzend, was die zu lösende Situation und was der eingebrachte Lösungsvorschlag sind.

Übersetzen ist in viele Richtungen möglich. Viele der Kommunikationsweisen bemühen ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen. Hier müssen wir bewusst gegensteuern und die Vorgänge plausibel und nachvollziehbar erklären. Die Metaebene verkommt sonst zum Selbstzweck und einzelne werden in ihr zurückgelassen. Das wird für manch erhellende Überraschung sorgen!

Die operationelle, diskursive und rahmengebende Ebene könnten heißen:

  1. Zwischenabrechnung :link: vergangener Finanzierungsrunden
  2. Zusammenfassen offener Aufgaben und Fragen angefangener Gesprächsthemen

Sollten wir uns dafür entscheiden einen oder mehrere genannte Punkte näher zu beleuchten, steht uns ein breites kommunikatives Spektrum zur Verfügung. Welche Mittel haltet ihr wofür am nützlichsten? Könnt ihr Erfahrungen in der Betreuung mehrsprachiger Inhalte auf verschiedenen Kanälen beisteuern?

  • :tongue: Anerkennung der Mehrsprachigkeit, also auch unserer eigenen Sprache
  • :memo: Artikel
  • :mega: Ankündigungen
  • :radio: Interviews
  • :book: Handbücher
    • :bulb: Benutzung
    • :triangular_ruler: Entwicklung
  • :round_pushpin: Treffen
    • :email: Einladungsliste
  • :recycle::de: mehrsprachige Zusammenfassung
    :fr: französisch, :uk: englisch, :es: spanisch, :it: italienisch,

Wir haben die explizite Einladung von Dritten, welche diese Fragen mit uns präzisieren und das Finden der Antworten unterstützen wollen.

  • die Datenschule - von Open Knowledge
  • Project Guidance und Collaboration Incubator Vanillaway - mit Manuela Bosch
  • Freunde aus Hacking-, Mapping- und aktivistischen Kreisen

Sie wären nach uns als erste anzusprechen, wenn wir uns auf einen Ort und auf eine Zeit für eine Wiederzusammenkunft einigen.

Äußert euch!

Egal wie lang oder kurz und am Besten bis zum 31. Mai 2018 wenigstens ein Mal.

Wir hoffen diese Zeilen haben Eure Erinnerungen geweckt und Euer Ausdrucksbedürfnis stimuliert. Wir freuen uns über jedwede Art der Teilnahme an der kollektiven Schreibwerkstatt! Meldet euch durch Wortäußerung und Verlautbarung über einen der vielen verfügbaren Kanäle:

Schickt eure Beiträge in einer euch passenden Form, sei es als Chatnachricht, Forenbeitrag, Link zu einem Pad, E-Mail, kurz wie lang oder wie es eben eurem Schreibflow dienlich ist.

Wir hören zu.


kommentierte Liste aktiver Kartierungsprojekte im Frühsommer 2018
Strategies for Mapping the eco-social and solidarity economy in soldarity
🎈 Invitation for intermapping digital critical collective cartographies
🎈 Einladung zu einer Kartierwerkstatt zum Sommeranfang
Calling for an Intermapping weekend end of 2018
Requirements with focous on local overview of transition 'pois'
Calling for an Intermapping weekend end of 2018
🎈 Einladung zu einer Kartierwerkstatt zum Sommeranfang
🎈 Einladung zu einer Kartierwerkstatt zum Sommeranfang
(Helmut) #2

Liebe @Silke

Schön, dass du dich wieder in diesen Prozess einbringst und ihn wieder voranbrinst.
Dieser Text, und das ist beispielhaft für TransforMap, ist so lang, dass ich fast nie dazu komme, ihn zu lesen. Dazu fehlt mir einfach die Zeit.
TransforMap wurde in der Vergangenheit eher von fundamentalen diskussionen geprägt, statt von umsetzbaren Lösungen für die Wandelbewegungen. Daran kann ich mich nicht so beteiligen.

Ich würde mich freuen, wenn wir hier nutzerorientierter denken. Zudem würde eine neutrale Moderation helfen, die verschiedenen Stakeholder immer wieder ins Boot zu holen. Vielleicht kann das Frekonale bzw. das greennetproject übernehmen. http://greennetproject.org/

Auf dem Makers 4 Humanity-Festival letztes Wochenende hat solch ein lösungsorientierter Prozess begonnen. Wenn wir das zusammenbringen, wäre das sehr hilfreich.

LG
Helmut


(Jon Richter) #3

Guten Abend @wellemut,

danke, dass du dir die Zeit genommen hast mit uns hier Austausch zu pflegen. Mir scheint dein letzter Kommentar spiegelt die Sicht der Allgemeinheit ganz gut wieder, denn sonst hätte es wohl auch noch andere Wortmeldungen gegeben. Bitte entschuldige, dass die Lage hier schnell unübersichtlich wird, wenn wir versuchen das große Ganze in den Blick zu nehmen.

Die obige Abschrift versammelte aus unserer Sicht überblicksartig die vielfältigen Herausforderungen, die sich uns im Zusammenhalten der vielen Sichtweisen auf das Kartierexperiment stellen. Gerade daher hatten wir ja um Hilfe gebeten diese präziser auszuformulieren.

Daher bin ich interessiert mehr über deine Erwartungen zu erfahren, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben. Aus einem deiner letzten Beiträge schließe ich, dass du dich mit TransforMap verbunden fühlst:

Die Gemeinschaftsarbeit um TransforMap war mE stets von größtmöglicher Offenheit, weitestgehender Transparenz und Bereitschaft zur Kooperation gekennzeichnet. Ich kann dies behaupten, da mir die unrühmliche Rolle zu Teil wird einen großen Anteil am Textkorpus zu haben. Auf der Startseite dieses Discourse wird das ganz leicht sichtbar. Da ich mich davon abhalten muss anzunehmen ich hätte Stimmen unterdrückt oder die Aufmerksamkeit verloren, genüge ich mich mit der Feststellung, dass sich hier noch ab und zu andere als ich äußern.

Wir sind generell mit den technischen Aufgaben überlastet, wie meinem letzten Kommentar zur Ankündigung dieses Gesprächsersuchens in der Mailingliste hoffentlich zu entnehmen ist. Daher wäre der Sache sicher gut geholfen, wenn sich Freiwillige für Kommunikationsaufgaben fänden: Blog, Twitter, Forumsmoderation, Veranstaltungen, Leute an einen Tisch bringen (mir war selten so klar wie in heutigen hypermobilen Zeiten wie wortwörtlich diese Redewendung zu verstehen ist), etc. pp. - you name it.

Daher hatte ich @Silke gebeten mir dabei zu helfen einen halbwegs leserlichen, strukturierten und auch nützlichen Text zu verfassen. Dabei ging es darum den Stand der Dinge einzugrenzen, aber auch nötige Themen zu benennen, welche besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Jeder einzelne der Emoji-Bullet-Points oben kann hunderte von Stunden arbeit bedeuten. Das sind die Dimensionen, mit denen wir uns konfrontiert sehen. Da die Diskussionen hierüber leider in unserem Netzwerk nicht von selbst stattfinden, wiegt die kognitive Last all diese Aspekte auf dem Schirm zu behalten für uns wenige schwer.

Vor Jahren starteten wir als eine breit aufgestellte Gruppe, in der sich viele kleine Leute den vielen kleinen Aufgaben widmeten. Dann kamen die Projektgelder, und mit ihnen deren Projektlogiken, und viele ließen sich beim Ausbleiben schneller Erfolge nur allzu schnell in die Rolle passiver Konsumenten gleiten.
Dabei macht es die Sache leider nicht leichter, wenn wir nur gefragt werden, ob wir jetzt “fertig programmiert” hätten und ob es “das fertige Werkzeug für die Nutzer” gäbe. Das verdinglicht den Vorgang dieser Kartierung zu sehr auf ihre Produkte, und verliert dabei das soziale Gewebe zwischen uns und die Interaktionen darin aus dem Blick.

Es gibt genug zu tun für alle, das kann ich versprechen. Ich möchte gerne sehen, wie wir in taktischer Feinarbeit “Lösungen” erarbeiten, die unsere Ansprüche und jene der Nutzer zufrieden stellen. Hierfür wäre es mir persönlich hilfreich, wenn wir uns gemeinsam mit diesen Fragen beschäftigen.

Könntest du dir vorstellen Anfang November in Berlin an einer Minikonferenz über die Kartierung der alternativen Ökonomien teilzunehmen? Da braut sich gerade etwas zusammen:

Ich würde mich freuen, wenn wir den Aufschlag von ganz oben noch einmal in den Blick nähmen, um von diesem nicht auf fundamentale Fragen zu schließen, sondern stattdessen die tatsächlich vorliegenden sachlichen, kommunikativen, organisatorischen und technischen Feinheiten im Detail durchzusprechen. Nur dann können wir doch herausfinden, wo sich die vielen Kleinen einbringen können, oder?

Ansonsten bleibt unser einst gestartetes Unterfangen eine männlich-dominierte, technische Erzählung über Geo- und andere Daten verarbeitende Computer und deren Datenströme, und nicht eine Kartographie sozio-ökologischer Orte.
Du siehst, ich bin selbst hin und her geworfen zwischen den Möglichkeiten und Verantwortungen, die sich uns hier bieten. Es wäre mir eine Freude einige davon in hilfreiche Hände zu übergeben.

Es tut mir leid, dass ich wieder mit viel Text und nicht mit schnellen Lösungen um mich geworfen habe. Es braucht mE diesen Raum, um abseits von Kurznachrichten, Twitter und E-Mail-Postfächern bestimmte Fragen öffentlich und ausführlich zu besprechen.

In Vorfreude auf was da kommen möge,

Jon


(Helmut) #4

lieber Jon

Danke für deine ausführliche Mail. Ja, manchmal braucht es einen Raum für lange Texte, ich glaube in solchen Fällen hilft aber auch einfach mal ein Anruf und ein schönes Gespräch. Gerne rufe ich dich enfach mal an.

Im November bin ich auf jeden Fall gerne dabei, wenn sich das was zusammen braut.

bis dann

Helmut

(mailed on the move)

Mobil: 017647670833

Mannheim


(Jon Richter) #5

Hallo Helmut,

dies sind keine persönlichen “Mails” an dich, sondern Beiträge in einer
öffentlichen Debatte. Bestimmte Themen können und sollen nicht nur unter
vier Augen besprochen werden. Ich hoffe du verstehst den Unterschied,
dass es mir hier nicht lediglich um ein schönes Gespräch geht, sondern
darum die inhaltlichen Fragen solch einer Kartierung aufzuarbeiten.

Anstatt dieses Gespräch mit den Punkten oben in private Kanäle
abzulenken, kannst du auch gerne einmal auf die inhaltlichen Aspekte
eingehen. Ich wäre gespannt deine Haltung zu den vielfältigen Themen zu
erfahren. Vielen Dank für deine Mitarbeit an einem transparenten und
öffentlichen Diskurs,

Jon


(Helmut) #6

Hi @almereyda

Aus den tausenden Diskussionenen hier auf Discourse kann ich persönlich nur sehr wenig raus ziehen, da ich kein Philosoph bin sondern eine “Maker 4 Humanity”. All diese Infos haben keine Wirkung, solange die persönlichen Begegegnungen dazu fehlen. Veränderung entsteht nur durch Persönlichkeiten, durch dich und mich, wenn wir merken, dass wir eine gemeinsame Vision haben. Und diese gemeinsame Vision kann ich aus diesen Textmassen nicht erkennen.

Daher sind persönliche Gespräche entscheidend, wenn über die nächsten Jahre etwas wesentliches geschaffen werden soll, denn das klappt nur, wenn wir die gleichen Ziele und einen ähnlichen Fokus haben.
Und dann sollten wir unsere gemeinsamen Ziele hier wieder Teilen und in klaren kurzen Sätzen alle einladen, sich ein zu bringen, wenn das resoniert. Und dann entstehen neue persönliche Gespräche.

Ob sie schön sind oder nicht ist erst Mal egal, solange sie wesentlich sind und jede*r danach das Gefühl hat, mehr Klarheit über seine Mission bekommen zu haben.

Und ich glaube wenn diese starken, persönlichen Beziehungen existieren, und es gewisse Philosophien der Transparenz über Vereinbarungen gibt, können auch Projektgelder keine Projektlogiken verursachen…

Daher hoffe ich auf ein produktives Treffen im November, wo vielleicht diese Begegnungen entstehen können.

Gruß
Helmut


(Helmut) #7

Danke Jon, für deine Kontaktaufnahme und dein Hilferuf

Hubs4Change (Stadtwandler.org, Wandel.jetzt etc.) und Karte von morgen bewerben sich gerade mit Transition Connect auf den Prototype-Fund. Wenn das klappt, könnte das ein erster weiterer Schritt sein. Wir mchen zwar im ersten Schritt nur API verbindungen und Duplettencherkcer, jedoch haben wir Open Data fest im Blick.

Wenn das erfolg hat, melde ich mich hier wieder und dann buen wir weiter darauf auf, was hier entstanden ist…

Gruß
Helmut


(Thomas Kalka) #8

Vielleicht wäre ein “Pair-Writing” ähnlich zu “Pair-Programming” eine nützliche Arbeitsweise.
Zwei oder mehr Menschen treffen sich, entweder direkt oder medial vermittelt, und besprechen und schreiben zusammen einen neuen Beitrag.

Mir geht es so, dass ich oft vage und assoziativ denke und ohne Gegenüber nur schwierig einen Text produzieren kann.


(Jon Richter) #9

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